Vorwort

29Sept2017

Wenn wir von unserem Reiseziel erzählt haben, ernteten wir meistens ungläubiges Staunen bis hin zu Entsetzen. Was wissen wir denn wirklich über Nordkorea?

Dass der Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 rd. vier Millio­nen Menschen das Leben kostete, Nordkoreas Hauptstadt dem Erdboden gleichgemacht und die anderen Städte des Landes und seine Industrieanlagen vernichtet wurden und große Teile der Bevölkerung in Berghöhlen und Erdlöchern lebten. Nicht ein einziges historisches Bauwerk hat diese Zerstörung durch das Napalm-Flächenbombardement der Amerikaner überstanden.

Der US-amerikanische Historiker Bruce Cumings hat schonungslos mit der Aggressivität seines Landes als Weltgendarm abgerechnet. Beginnend mit den beiden Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und bis heute andauernd mit dem fortwährenden Koreakrieg (bisher gilt ja nur ein Waffenstillstandsabkommen vom Juli 1953), dem für die USA verlorenen Vietnamkrieg, den Nahostkriegen und den daraus resultierenden über 700 Militärstützpunkten der USA in mehr als 100 Ländern.

Der Wiederaufbau Koreas ist eine der großartigen Leistungen, die eigentlich die internationale Berichterstattung bestimmen sollten. Stattdessen entscheidet immer noch der »Weltgendarm« USA darüber, was und wie berichtet wird.

Das kleine Nordkorea wird der Bedrohung der USA und des Weltfriedens bezichtigt und die Begründung seiner auch uns nur schwer verständlichen Rüstungspolitik wird nicht einmal zur Kenntnis genommen. Die nämlich lautet: Keines der von den USA angegriffenen kleinen Länder hat über eigene Atomwaffen und Abwehrraketen verfügt. Eben deshalb müsse sich Nordkorea mit eigenen Waffen wehren.

Im Oktober 2001 bezeichnete US-Präsident George W. Bush Kim Jong-il als „Pygmäen“ und äußerte die Absicht zum Sturz des Staatschefs. In Bushs Rede zur Lage der Nation im Januar 2002 landete Nordkorea auf der Liste der „Schurkenstaaten“, der „Achse des Bösen“. Erst danach intensivierte Nordkorea sein Kernwaffenprogramm.

Natürlich haben wir uns intensiv mit dem Land und seinen politischen Gegebenheiten beschäftigt, die wir ja  andeutungsweise – soweit es einem Touristen überhaupt möglich ist – erleben wollen, um über die Informationen aus unseren Massenmedien oder aus Spezialliteratur hinaus Einblicke in das politische System zu erhalten. Wir wissen um die Befindlichkeiten der politischen Führung und werden uns dementsprechend verhalten. Wir wissen, dass uns der Personenkult um die „Kims“ erwartet. Aber so außergewöhnlich ist das nun auch wieder nicht. Man braucht beispielsweise nur nach Thailand zu schauen.

Für diejenigen unter euch, die sich für die nüchternen Fakten interessieren, hier ein sehr guter Beitrag zum Streit um Nordkoreas Atomprogramm.

Zur Geschichte des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm

Auch dieser Kommentar bringt es sehr gut auf den Punkt:

Nordkorea und die Macht des Atoms

Als Gäste des Landes werden wir uns an die Gepflogenheiten halten und seine Sitten und Gebräuche respektieren. Und wir sind wahnsinnig neugierig.

Bald geht es los

30Sept2017

Immer wieder liest man, dass Nordkorea eines der am schwersten zugänglichen Länder der Welt ist. Wirklich nachvollziehbar ist diese Aussage für uns nicht.

Leichte Probleme hatten wir mit der Beantragung der Visa für China im Visa Application Center Berlin. Die "Bearbeiter" dort behandeln Antragsteller wie Trottel und sind an Pingeligkeit nicht zu überbieten und wenn sie nichts finden, weil die 6 (!) Seiten Visa-Antrag vollständig ausgefüllt sind, dann erfinden sie angeblich fehlende Angaben, für die aber gar keine Spalte/Zeile im Antrag vorgesehen ist. Im zweiten Anlauf hat es dann aber geklappt und nach 4 Arbeitstagen waren die Visa fertig, für stolze 125,45 €/Stck.

Ganz anders in der Botschaft der Demokratische Volksrepublik Korea (DPRK). Wir wurden freundlich in einen Warteraum gebeten, gaben eine A 4 Seite Visa-Antrag ab und hielten nach ca. 20 Min. die Pässe mit den Visa in der Hand und das für 10 €/Stck. Wenn das kein Service ist.

 

Der roten Sonne entgegen

02Okt2017

Von Berlin fliegen wir mit Hainan Airlines direkt nach Peking. Am 03.10.17 sollen wir um 10:50 Uhr dort landen.

Weiter gehts dann am 04.10.17, um 17:30 Uhr mit einem nordkoreanischen Zug nach Pyongyang (ca. 26 Stunden). Lustig ist, dass wir bis zur chinesichen Grenze nur heißes Wasser im Zug haben. Gegen 07:00 Uhr sollen wir Dandong erreichen. Dort erfolgt die chinesische Grenzkontrolle und das soll 3 Stunden dauern, ehe der Zug gegen 10:00 Uhr weiter fährt. Die letzte richtige Mahlzeit in Peking wird das Mittagessen sein. Roland hat schon Angst zu verhungern. Dabei haben wir Nescafé, grünen Tee, Müsliriegel und Schierker Feuerstein (2 Flaschen) dabei cool

Wir werden berichten. Allerdings müsst ihr euch ein bißchen in Geduld üben. Schreiben können wir nur offline (Nordkorea hat kein Internet - alles andere wäre eine Riesenüberraschung) und erst alles hochladen, wenn wir am 17.10.17 wieder Peking erreichen.

Bis dann und gemäß einer fernöstlichen Weisheit suchen wir nicht das Abenteuer, aber gehn ihm auch nicht aus dem Weg.

Auf eine erlebnisreiche Reise  Und Tschüss!

Im Land des Drachen

03Okt2017

Rund um den Nationalfeiertag am 1. Oktober, in der sogenannten "Goldenen Woche", haben alle Chinesen Urlaub. Denn vom 04. - 08.10.17 wird auch das sehr familiär geprägte Mondfest gefeiert.

Das war auch der Grund, warum wir heute kein organisiertes Besichtigungsprogramm absolvierten sondern es langsam angehen ließen, um uns zu akklimatisieren. 

Und Roland hatte einen Plan cool. Er führte uns zum Himmelstempel im Tiantan-Park. Herrliches Wetter, 23 Grad und Sonnenschein - auf gehts. Zuerst probierten wir den öffentlichen Nahverkehr in Form eines Trolleybusses aus. Unser Reiseleiter hatte gesagt, wir können bezahlen, müssen aber nicht. Wir haben uns dran gehalten.

Peking hat 21 Mio. Einwohner (ev. auch bis zu 30 Mio., wer weiß das schon genau), gefühlte 1 Mio. erwarteten uns dort. Der Himmelstempel, auch Halle der Ernteopfer genannt, ist die Hauptattraktion im Park. Von dort schlenderten wir über die Brücke der Roten Palaststufen zum Himmelsgewölbe und weiter zum Himmelsaltar. 

Da Petra und Andreas sich nicht ausweisen konnten, wurde uns der Zugang zur Halle des Fastens verwehrt. Nicht so schlimm, fasten wollten wir sowieso nicht. 

Dafür erlebten wir einheimische Parkmusikanten und Freizeittänzer, die sich elegant zu traditioneller chinesischer Musik bewegten.

Auf dem Rückweg machten wir eine Stippvisite in den Hutongs und begutachteten das vom Reiseleiter empfohlene "sehr gute" Restaurant wink  Weil auch das Hotelrestaurant keine Alternative für uns war, marschierten wir mutig dorthin zurück. Schließlich haben wir ja Schierker Feuerstein dabei.

Die Essenbestellung erwies sich schwieriger als gedacht und endete auch so. Statt einer gebratenen Ente hatten wir gebackenes Entenblut bestellt surprised. Bevor wir den Irrtum bemerkten, haben wir uns aber noch recht heftig mit dem Kellner gestritten. Letztendlich teilten wir uns redlich die  verbliebenen drei Essen und waren alle satt und zufrieden (umgerechnet 10€ incl. Bier). Ein ordentlicher Schierker und ein Gang in die Lobbybar bildeten den Abschluss des Tages.

  Roland hat einen Plan  Anstehen für die Eintrittskarten  Himmelstempel    Automatische Fliegenwedel Auf die Gesundheit!!!

 

Im Koreaexpress

04Okt2017

Die Übergabe der Bahnfahrkarten fand im Hotel International statt. Die Wartezeit bis dahin überbrückten wir mit dem teuersten Mokka aller Zeiten und einem noch teureren grünen Tee. Für weniger als dessen Preis haben wir gestern alle zu Abend gegessen money-mouth.

Mokka für 7,67€ und Tee für 11,50€

Bevor wir den Bahnsteig des Hauptbahnhofs Peking erreichten, mussten wir diverse Kontrollstellen absolvieren. Unglaublich, aber wir mussten unser einfaches Taschenmesser aus den Tiefen der Reisetasche kramen und sollten es abgeben. Roland, der sein Schweizer Messer im Rucksack hatte, wurde hingegen nicht behelligt. Das soll mal einer verstehen.?

Am Ende der chinesischen Wagenreihe standen wir vor 4 Uniformierten, die bei unserem Anblick leicht hektisch wurden. Nachdem sie zwei unserer Reisetaschen gewogen hatten, interessierten die anderen beiden nicht mehr. Die Situation beruhigte sich und wir wurden zu unserem Waggon geleitet. Uns erwartete ein schnuddeliges, Rüschen geschmücktes, winziges 4 -"Bett"-Abteil, bei dem sich das Fenster nicht öffnen ließ.

Was tun? Da klopfte es an der Tür und vor uns stand der Schaffner mit drei großen Flaschen koreanischen Biers. Also hat sich unser "Gastgeschenk" in Form von 4 Schachteln Zigaretten bezahlt gemacht. Wieviele der Uniformierten in unserem Nachbarabteil Schaffner und wieviele Aufpasser sind, haben wir nicht ergründen können.

3 Flaschen Bier und 4x3 Schierker und der Zug rumpelte, ruckelte und zuckelte, quietschte und knarrte uns in den Schlaf - so war die Annahme.?

unser Express nach Nordkorea   Abendessen  Schlafenszeit

Es fährt ein Zug nach nirgendwo ...

05Okt2017

Da der Tag gestern zeitig zu Ende war, waren wir auch alle zeitig wach, was heißt, wirklich geschlafen hat keiner.
Pünktlich erreichten wir Dandong und der Zug rangierte hin und her, vor und zurück, vom letzten auf das erste Bahnhofsgleis, ehe wir mit unserem gesamten Gepäck den Zug verlassen und durch die chinesische Immigration mussten.
Unsere Pässe erregten durchaus Aufmerksamkeit. Andreas wurde von einer ziemlich neugierigen Grenzbeamtin befragt, wann er im Iran war (steht doch auf dem Visum?), wie lange und warum. Wenn man dann des Englischen nicht so ganz mächtig ist, kommt schon mal statt vor 3 Jahren "für 3 Jahre" raus. Kein Wunder, wenn solche Auskünfte mit Staunen quittiert werden?.

Koreaexpress  Unsere Zugfahrkarte für vier  die alte Yalu-Brücke (Duan Qiao = zerbrochene Brücke) hier schauen Chinesen nach Nordkorea - die Brücke wurde nach dem Koreakrieg nicht wieder aufgebaut 

Nach reichlich 2,5 h überquerten wir den Grenzfluss und hatten koreanisches Hoheitsgebiet erreicht. Die koreanischen Beamten suchten uns im Abteil auf. Freudig stellte der Zöllner fest, dass wir aus der Fußballnation Deutschland kamen, was uns gleich Sympathiepunkte einbrachte. Er "durchsuchte" unser gesamtes Gepäck. Da er nichts zu beanstanden hatte, überreichten wir unser Gastgeschenk in Form von Zigaretten und Feuerzeug und er war glücklich.

Smartphones interessierten nur insofern, als dass registriert wurde, wer von uns eins dabei hat. Tablets waren uninteressant, aber die Fotoapparate wurden auf GPS kontrolliert, wobei eine Camera übersehen und der GPS-Aufdruck eines Fotoapparates ignoriert wurde.
Die Kontrolle war für uns insgesamt sehr entspannt, locker und freundlich.

Nach weiteren 2,5 h setzte sich der Zug endlich wieder in Bewegung und wir enterten den Speisewagen. Wie isst man Plattfisch und Eier mit Metallstäbchen? Wenigstens zur Suppe gab's einen Löffel. Das war ein erster Eindruck von der koreanischen Küche. Im Abteil fielen wir gleich über ein anderes Gastgeschenk her und vertilgten unsere Schokolade ...

Wir fuhren stundenlang durch landwirtschaftliche Nutzflächen, Reis-, Mais-, Getreide- und Gemüsefelder so weit das Auge reichte und bekamen einen interessanten Einblick in das ländliche Leben. Für uns ist schwer vorstellbar, dass es heute angeblich noch Lebensmittelknappheit geben soll.

Das erste was wir von Pjöngjang entdeckten, waren die großen Bronzestatuen der Kims, gefolgt von einer beeindruckenden Skyline, die von der riesigen Pyramide des 330 m hohen Ryugyong Hotels geprägt wird.

Uns empfingen unsere sehr gut deutsch sprechende Reiseleiterin Suryon, ihre Praktikantin Frau Han und unser Fahrer Herr Pak. Es ging direkt zum Luxushotel Koryo, wo wir in der 19. (von 44) Etagen einquartiert wurden.

Suryon war uns auf Anhieb sympathisch und wir haben den Abend in lockerer Runde bei koreanischem Bier (Wein ist im Restaurant unbezahlbar) und sehr netten Gesprächen verbracht.

Sie machte uns mit folgenden Regeln vertraut:
1. keine Fotos von Soldaten am Straßenrand
2. keine Fotos von großen Gruppen arbeitender Menschen
3. keine Aufnahmen von Einzelpersonen, ohne diese vorher um Erlaubnis zu fragen
4. Porträts und Statuen der Kims immer vollständig fotografieren
5. Publikationen mit den Bildern der Führer sorgfältig behandeln.
Wir fragen lieber einmal mehr und halten uns daran, da Suryon sonst nur Schwierigkeiten bekommen würde.

Aber wir erfuhren auch, was Korea hat
1. saubere Luft (stimmt, es gibt ja auch kaum Industrie)
2. schöne Landschaften (stimmt auch)
3. die schönsten Frauen (stimmt im Vergleich zu den Iranerinnen nur bedingt)
4. Ginseng (stimmt)
5. gutes Bier (das können wir auch bestätigen)

Zu unserem Erstaunen schlafen Suryon, Frau Han und Herr Pak auch bei uns in den Hotels. Nach der Verabschiedung haben wir uns einen Besuch im Drehrestaurant in der 44. Etage nicht entgehen lassen. Pjöngjang ist bei Nacht durchaus beleuchtet und sieht sehr schön aus. Leider lässt sich diese Skyline durch die gebogenen und getönten Scheiben nicht vernünftig fotografieren. Auf nervige Leuchtreklamen kann man getrost verzichten.

unsere hübschen Reiseleiterinnen über den Dächern von Pjöngjang

Pjöngjang Highlights Teil 1

06Okt2017

Mit dem Frühstück haben wir uns schwer getan, weil wir die Speisen auf dem Büffet nicht identifizieren konnten. AusMitleid mit unseren fast leeren Tellern bekamen wir schließlich alle ein Spiegelei. Und dann ging's Ios.

Wir starteten im Kriegsmuseum. Nach der Besichtigung erbeuteter Kriegswaffen aus dem Koreakrieg (1950 - 1953), stiefelten wir durch das aufgebrachte Spionageschiff US Pueblo. In diesem wirklich beeindruckenden, riesigen Museum sahen wir einen aufschlussreichen Film über die Ursachen des Koreakrieges. Da wir danach erhebliche Zweifel an der Darstellung in unseren Medien hatten, müssen wir bei Scholl-Latour nochmals nachlesen. Leider wurden wir sehr zügig durch die aufwändig gestaltete Ausstellung geführt und haben bei weitem nicht alles sehen können. Den krönenden Abschluss bildete ein riesiges 360-Grad-Panorama mit Video- und Audioffekten von der Belagerung Kaesongs. Wir saßen auf einer Art Drehbühne und verfolgten das Spektakel in deutscher Sprache. Das Panorama hat einen Umfang von 112 m und ist 15 m hoch. Es erinnert an Tübkes Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (123 m und 14 m hoch).

Weiter ging's zum Wissenschaft- und Technikpalast, der seinem Namen alle Ehre macht. Unglaubliche 3.000 Computer stehen dort der Bevölkerung zur Verfügung. Wir haben auch tatsächlich daran spielende Kinder und lernende Studenten gesehen. Wir gönnten uns den Spaß und besuchten das dortige 4-D-Kino. Da wir alle keine Achterbahn fahren wollten, schauten wir uns Dinos an ?.

Ein Spaziergang auf der nagelneuen, mit modernen Hochhäusern bebauten Mirae Straße (Straße der Zukunft der Wissenschaft) rundete den 1. Teil der Stadtbesichtigung ab. In Korea wohnt man generell mietfrei, zahlt nur die Betriebskosten und kann die Wohnungen auch vererben.

In der Postfiliale erstanden wir "Ansichts"karten und Briefmarken.

Auf dem Weg nach Nampo, vorbei an endlosen Reisfeldern (offensichtlich wird jedes nutzbare Fleckchen bewirtschaftet) besichtigten wir eine Fabrik zur Herstellung von Fensterglas. Von der Schmelze bis zur Transportverpackung konnten wir die gesamte vollautomatisierte Fertigungsstraße besichtigen, während die Betriebssportgruppe sich auf ein Fußballspiel vorbereitete.

Zum krönenden Abschluss des Tages wurden wir von unseren drei Koreanern zum Muschel"grillen" (3maliges Flambieren mit Primasprit) eingeladen. Dazu wurden 12 kg Muscheln und 5 l Eichelschnaps gekauft. Die Muscheln haben wir geschafft, den Schnaps nicht ganz. Anschließende Steh- und Gehversuche waren für Einen von uns mit erheblichen Problemen verbunden. Also hakten wir uns unter und bildeten eine Reihe. Wir waren ohnehin die einzigen Hotelgäste, da störte unser "Gesang" wenigstens niemanden. Wir hatten zusammen so viel Spaß, dass wir selber nicht glauben konnten, in Nordkorea zu sein.

unser Hotel Koryo  Hotellobby   Kriegsmuseum    Palast der Wissenschaften Modell des Wissenschaftspalastes   3000 Computer im Palast der Wissenschaften Pjöngjang Mirae Straße Wohnhochhaus Ryugyong Hotel     Reisfelder ohne Ende Maistrocknung am Straßenrand - da klaut keiner     5 l Eichelschnaps  Gegrillte Muscheln - vorher    die Reste  Ohh - lecker?

Westmeerschleusensystem und Kooperative

07Okt2017

Eines der wohl großartigsten Bauwerke von Weltrang, das Westmeerschleusensystem, stand heute auf dem Besuchsprogramm. Kaum zu glauben, dass hier über eine Breite von 13 km innerhalb von 5 Jahren Bauzeit mit einfachsten Mitteln das Meer abgeriegelt wurde und ein umfangreiches Schleusensystem entstand. Es besteht aus drei Schleusenkammern für Schiffe unterhalb von 50.000 t, hat einen Schutzdamm mit Dutzenden Schleusen, die große Wassermengen des Taedong stauen können, einen Hilfsdamm und einen 6,5 km langen Staudamm sowie eine Fischtreppe. Wir hatten nie zuvor davon gehört, obwohl der Bau 1986 fertiggestellt wurde und die DDR mit Ingenieurwissen beim Bau brüderliche Hilfe leistete. Mit der Schaffung dieses Schleusensystems entstand am Unterlauf des Taedong ein großes künstliches Staubecken, das der Bewässerung von Marschland und anderen umliegenden Ackerflächen sowie der ausreichenden Versorgung dieser Gebiete mit Brauch- und Trinkwasser dient. Wir waren sehr beeindruckt.

Auf dem Weg nach Sariwon stoppten wir am Anak-Grab Nr. 3 (Königsgrab, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört).

Theoretisch dürfen wir unterwegs alles fotografieren, was sich nur als äußerst schwierig erweist, wenn der Bus ohne zu stoppen über übelste Schotterpisten rast. Und genau in solchen Momenten fahren wir an den besten Motiven vorbei ?.

Nachmittagsziel war eine der landwirtschaftlichen Vorzeigekooperativen. Interessant war der Blick in eines der Gewächshäuser und in eines der Wohnhäuser, die den Bauern der Kooperative zur Verfügung gestellt werden. Im ganzen Land ist alles immer picobello sauber, selbst die Straßen und Wege, so auch in der Kooperative. Die Koreaner sind mit Recht stolz auf ihre Eigenentwicklungen, die der Sanktionspolitik geschuldet sind.

In der Folklorestraße hatten wir zum Abschluss noch unseren Spaß mit historischen Gewändern und probierten Makgolli, ein durchaus wohlschmeckendes, leicht gähriges Getränk aus Reis, Malz und Zucker.

Wir reisen insgesamt so entspannt, wie vielleicht noch im Iran. Alle Wertsachen im Bus, Fenster und Türen weit offen und keiner hat Sorge, dass etwas abhanden kommen könnte.

das Westmeerschleusensystem      Monument zu Ehren der Fertigstellung des Dammes auf der in die Staumauer integrierten Insel Pi  

Dörfer am Wegesrand unterwegs  Blick auf die Vorzeigekooperative  von den Gewächshäusern waren wir beeindruckt    Im Haus einer Bauernfamilie - Küche mit Gasherd und Fußbodenheizung  fließendes Trinkwasser - in Afrika keine Selbstverständlichkeit  die gute Stube  Traktorenersatz   sehen wir nicht toll aus?  Verkostung von Makgolli in der Folklorestraße

Durch Berge und Tunnel

08Okt2017

Heute ist der 20. Jahrestag der Wahl von General Kim Jong Il zum Generalsekretär, ein Feiertag, an dem die Menschen festlich gekleidet Blumen an Ehrenmalen niederlegen, Konzerte und Festveranstaltungen stattfinden.

Suryon hat unser Reise- und Besichtigungsprogramm optimiert, sodass wir sinnlose Fahrzeiten eingespart und in Sariwon übernachtet haben. Damit hat sich alles entschleunigt und wir konnten ganz in Ruhe einen Abstecher in die Berge Mt. Suyang und Mt. Jangsu zum ältesten und wohl auch einzigen noch erhaltenen Buddhistischen Tempel, dem Sonbul Tempel, machen. Neben dem "Obermönch" sollen dort noch drei Mönche leben. Gesehen haben wir sie nicht. Aber auch hier war alles sehr gepflegt und von einer Parklandschaft umgeben. Hierher kommen die Koreaner auch zum Picknick.

Für die rd. 145 km von Sariwon nach Kaesong brauchten wir 2,5 Stunden. Der Zustand der durchgehenden Autobahn hat uns stark an die in der DDR erinnert. Auch hier gab's mindestens zwei Stellen, an denen die Fahrspuren nicht getrennt waren, sodass man sie auch als Start- und Landebahn nutzen kann. Landschaftlich ist die Strecke ausgesprochen eindrucksvoll, aber am beeindruckendsten waren die 18 sehr gut ausgebauten Tunnel. Wegen ihrer strategischen Bedeutung werden sie bewacht. Wenn man bedenkt, dass diese Tunnel ohne technisches Know-how gebaut wurden, muss man dieser Leistung großen Respekt zollen.

Wir übernachten heute im traditionellen Kaesong Folklore Hotel und schlafen und essen landestypisch auf dem Fußboden liegend bzw. sitzend. Kaesong ist auch die Stadt des Ginseng. Darum haben wir zum Mittag Ginseng-Hühnchen gegessen und mussten anschließend Mittagsruhe halten, weil Ginseng den Kreislauf beeinflusst.

Auch der Abstecher zum Grab König Kyong Hyos war lohnenswert.

Die Zeit bis zum Abendessen wollten die Männer mit einem Stadtbummel überbrücken. Der war jedoch schon am Hotelausgang zu Ende ...

Erstmals trafen wir in diesem Hotel auch auf andere Ausländer, u.a. eine größere Gruppe junger Schweizer Touristen. Beim Blick in unser Restaurant-"Separee" haben sie sich sichtlich über die steifen, gequält auf dem Fußboden hockenden alten Deutschen amüsiert. Roland und Andreas haben ganz schön gestöhnt und wussten nicht, wohin mit den Beinen. Da hatten die Petras (Yoga sei Dank) weniger Probleme.

Diese Tortur musste belohnt werden. Wir erstanden für 15€ eine Flasche Ginseng Schnaps mit Wurzel (!!) und leerten sie zusammen mit Suryon und Pak. Na das war vielleicht eine feucht-fröhliche Runde ? mit nicht jugendfreien Witzen, erzählt von den Koreanern!!! (Frau Han, "unser Baby" genannt, ist eine 20jährige nur Englisch sprechende Studentin und war schon im Bett ?).

  Waisenhaus

Ausflug in die Berge  Sonbul Tempel  in diese schöne Parkanlage kommen auch viele Hochzeitspaare  auch ganze Schulklassen sind heute hier und haben ihren Spaß    unterwegs nach Kaesong    unsere Zimmer in einem Innenhof des Keasong Folklore-Hotel    Kaesong-Folk-Hotel  Zugang zum Bad  Bad im Folk-Hotel    unser Ginseng-Hühnchen 

Grab König Kyong Hyos     unser Abendbrottisch  Ginseng Likör mit 30% ... und Ginseng Wurzel

38. Breitengrad

09Okt2017

Im Kaesong Folklore Hotel hatten wir wunderschön renovierte Zimmer und Bäder und haben auf dünnen Matratzen auf dem Fußboden geschlafen. Das ging auch ganz gut.

Zum Frühstück zogen wir heute wieder Tisch und Stühle vor. Die 1. Tasse löslichen Kaffees und Tees war gratis. Die zweite sollte jeweils 1€ kosten. Da haben wir dann zu unserem eigenen Cappuccino und Nescafé gegriffen.

In der Kaesong Ginseng Fabrik erfuhren wir Wissenswertes über den Anbau, die Ernte und die Verarbeitung von Ginseng nach alten traditionellen Methoden.

Vor der Ginseng Fabrik haben wir ähnlich tickende Schweizer getroffen, Vater und Tochter. Auch sie können die Angst davor nach Nordkorea zu fahren, nicht nachvollziehen. Knallt es dort, dann knallt es auch bei uns und das Ende der Menschheit ist besiegelt. Deshalb waren auch sie der Meinung, dass "hinter den Kulissen" alles dafür getan wird, dass es in Korea nie wieder zu einem Krieg kommt. Das einzig Unkalkulierbare stellen momentan die beiden führenden Köpfe in Nordkorea und den USA dar.

Weiter ging's nach Panmunjeom an den 38. Breitengrad in die demilitarisierte Zone, der am strengsten bewachten Grenze in der Welt.
Ein junger, ziemlich strenger Soldat begleitete uns und achtete peinlich darauf, dass wir uns korrekt verhielten. Wir konnten erstaunlich viele Fotos machen, aber ihn durften wir nicht fotografieren. Das lehnte er konsequent ab, weil er im Dienst sei. Als Andreas fragte, wann er Feierabend hätte, musste selbst er lachen.
Der Offizier der uns durch die entmilitarisierte Zone führte, fragte uns voll Stolz, ob es eine stärkere Waffe gibt, als die Wasserstoffbombe. Als wir antworteten reagierte er doch ziemlich erstaunt ... ?
Im ehemaligen Verhandlungsgebäude zwischen Nord- und Südkorea durften wir die Demarkationslinie überschreiten und einen "Abstecher" nach Süddkorea machen.

Wir trafen auf dem Gelände auf 4 weitere Deutsche, die uns erzählten, dass sie bereits im vorigen Jahr 5 Tage in Nordkorea waren und in diesem Jahr eine große Reise durch das Land bis an die Chinesische Grenze machen.
Die größte Gruppe europäischer Touristen sollen aber Briten sein, gefolgt von Deutschen und Schweizern. Die Österreicher und auch die Deutschen würden sich in diesem Jahr zurückhalten, nachdem im vergangenen Jahr der Tourismus "boomte".

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stopp am Koryo-Museum. Die eigentliche Attraktion dort waren die vielen Hochzeitspaare im Park, die Frauen in ihren tollen traditionellen Kleidern und am Ende wir ?.  

Ginseng Fabrik  Da ist die Wurzel schon drin  automatisches Etikettieren      Trockenfisch zum Bier  traditionelles Kleid  Der Blick nach Südkorea  bewachte Verhandlungsbaracke - der graue Betonstreifen markiert die Demarkationslinie  in der Baracke bewachen Soldaten den Ausgang nach Südkorea   lokale Spezialität  also hungern müssen wir wahrlich nicht  zum Koryo-Museum kommen viele Brautpaare   eigentlich wollten wir das Brautpaar fotografieren, am Ende mussten alle auf das Foto   

Monument zur Widervereinigung am Ortseingang in Pjöngjang

72. Jahrestag der Gründung der Arbeiterpartei

10Okt2017

Dieser Tag war der Anlass für uns, genau zu diesem Zeitpunkt die Reise zu machen. Er sollte der Höhepunkt sein. Und dann das ?. Nachdem wir bisher durchweg sehr warmes, sonniges Wetter hatten, ausgerechnet heute Regen, diesiges Wetter, alles grau in grau. Das war richtig ärgerlich.

Die Koreaner waren heute festlich gekleidet. Wir konnten die wunderschönen, farbenfrohen Kleider nicht genug bewundern. Auch Suryon hatte ein traditionelles Kleid angezogen. Die Männer trugen Anzüge mit Schlips und Kragen.

Auf unseren Wunsch hin kauften auch wir Blumen und gingen zum Mansudae-Hügel und erwiesen dem Präsidenten, Kim Il Sung und dem General, Kim Jong Il, unseren Respekt und verbeugten uns vor den riesigen Bronzestatuen. Ein Filmreporter des staatlichen Fernsehens fragte uns, ob er uns dabei filmen dürfe. Wir hatten nichts dagegen. Es ist sehr eindrucksvoll die Koreaner hier zu beobachten.

Von diesem Hügel hat man theoretisch eine wunderbare Sicht auf den Juche-Turm und die Skyline. Leider nicht heute?.

Es folgte ein Abstecher in die Metro. Sie fährt in 100 m Tiefe und hat zwei Linien. Die Stationen sind prunkvoll wie in Moskau oder St. Petersburg. Wir fuhren mehrere Stationen und waren den mitfahrenden Koreanern offensichtlich nicht so richtig geheuer. Am Ausgang einer Metrostation standen wir dann vor dem gewaltigen Triumphbogen (größer als der in Paris). Auch er war schwierig zu fotografieren, da auf der breiten Straße O-Busse fahren und deren Oberleitungen immer "im Weg" waren.
Den Versuch vom Grünstreifen in der Straßenmitte die Fotos zu schießen, quittierte aufgeregtes Pfeifen eines Verkehrspolizisten.

In der Blumenausstellung lernten wir die "Kimjongilhwa", eine riesige Begonienzüchtung und die "Kimilsunghwa", eine besondere Orchideenzüchtung, kennen. Natürlich kauften wir sowohl eine Begonienknolle als auch einen Orchideenableger?. Mal sehen, welche Ergebnisse unsere "Zuchtversuche" zeigen werden.

Weiter fuhren wir zum Juche-Turm, Sinnbild und Symbol der Staatsideologie Juche. sie besagt im Kern, dass jede Nation die gesellschaftliche Revolution eigenständig vorantreiben muss. Ihre drei Prinzipien sind:
1. Politische Souveränität
2. Wirtschaftliche Selbstversorgung
3. Militärische Eigenständigkeit
Die Interessen der eigenen Nation stehen über denen der internationalen kommunistischen Bewegung und ein „Arbeiterführer“ muss die Gesellschaft transformieren. Zudem wird eine besondere Rolle Koreas angenommen. Damit steht diese Ideologie im Widerspruch zum Marxismus-Leninismus.

Der Turm ist insgesamt 170 m hoch, allein 20 m davon die Flamme und wurde aus 255.550 Granitblöcken errichtet. Bei schönem Wetter kann man von hier aus sicher wunderbare Fotos der architektonisch wirklich eindrucksvollen Stadtsilhouette machen. In Pjönjang kann man sehen, wie toll und kreativ Hochhäuser gestaltet werden können. Die ganze Stadt wirkt aufgeräumt, gut strukturiert und blitzsauber.

Am Monument der Parteigründung goss es dann richtig. Das Parteisymbol besteht aus Hammer für die Arbeiter, Pinsel für die Intelligenz und Sichel für die Bauern.

Mittagspause machten wir bei typischem Feuertopf, vergleichbar einem Fondue mit Brühe. Jeder "kochte" sein eigenes Gericht in einem kleinen Topf, dazu gab es wie immer diverse Vorspeisen, von denen wir meistens schon so satt waren, dass wir unsere Reisportionen halbieren ließen. Im Anschluss erlebten wir eine Gesangsvorführung der Kellnerinnen. Obwohl es sehr originell war, hatte das Ganze etwas von einer Casa de la Trova für Touristen.

Ein Highlight war unser anschließender Besuch eines philharmonischen Konzertes in der großen Konzerthalle. Ein aus so vielen Musikern bestehendes Orchester kann man nur in einem Land erleben, in dem Kunst nicht profitabel sein muss. Nie zuvor haben wir eine Dirigentin erlebt, ein komplettes Konzertstück von den Streichern im pizzicato gespielt, singende Musiker und ein mitsingendes Publikum. Unmittelbar vor uns nahm ein Halbbruder Kim Jong Uns Platz. Die Ähnlichkeit der männlichen Linie mit dem Großvater ist unglaublich.

Schließlich stand noch eine Massentanzveranstaltung von Studenten auf dem Programm. Begeisterte Touristen tanzten einfach mit und hatten sichtlich Spaß dabei. Wie toll muss das erst bei schönem Wetter aussehen?.

Jetzt wollten wir unbedingt die abendlichen Hauptnachrichten sehen. Vielleicht waren wir ja im koreanischen TV? Suryon arrangierte, dass wir das nahegelegene Restaurant mit kleiner Brauerei aufsuchen konnten. Bei dort gebrautem, wirklich gut schmeckendem Bier verfolgten wir auf einem großen Flat-TV die Berichterstattung. Leider fanden wir keine Berücksichtigung, aber macht nichts, wir waren ja dabei.

Das Große Monument auf dem Mansu-Hügel, 20 m hohe Bronzestatuen, Mosaik des Paekdu-Berges  graue Regenskyline ohne Weitsicht  Juche Turm   U-Bahn in 100 m Tiefe  das Ende der Rolltreppen ist nicht zu sehen  Zwei Linien, wir fahren 6 Stationen  Nostalgie im ehem. DDR U-Bahnwagen aus Berlin  hier müssen wir noch nicht aussteigen ?  U-Bahnhof      Triumphbogen Denkmal zu Ehren der Parteigründung  Auf der Innenseite des Monumentes wird die Geschichte der Parteigründung dargestellt.       Hochhaus hinter dem Monument in Form einer Flagge    in Pjöngjang fahren erstaunlich viele moderne E-Bikes aus eigener Produktion  Kimjongilhwa     Kimilsunghwa   

Feuertopf  Zutaten    Singende Kellnerinnen  Maranbong Theater (Opernhaus)  Konzerthaus  Philharmonieorchester   Massentanz Beim Massentanz im Regen tanzen auch Touristen mit und alle haben sichtlich Spaß  Am liebsten essen wir zusammen mit den Koreanern   Wir haben uns generell für die lokalen Spezialitäten entschieden.  sieht aus wie Fleisch, schmeckt fast so, ist aber vegetarisch  Kimchi (kann sehr scharf sein) essen Koreaner zu jeder Mahlzeit  Hauptgericht ist immer Suppe  Heute mit Rettichblättern, da kommt der Reis und andere Zutaten rein Links das Restaurant in dem wir gegessen habenDie Hauptnachrichten beginnen  das Wetter ist aber reichlich geschönt ?

Ausflug zu den Kuriositäten

11Okt2017

Es ging heute relativ früh los. Die Fahrstrecke zur Ausstellung der Internationalen Freundschaft im Myohyangsan Gebirge betrug 180 km auf einer "DDR-Autobahn"?.

Der Regen war auch heute wieder unser Begleiter, trotzdem haben wir nach 2,5 h das Museum erreicht. Auf unglaublichen 70.000 m2 sollen 222.000 Geschenke ausgestellt sein. Man sieht zunächst zwei optisch ansprechende Gebäude, wunderschön im traditionellen koreanischen Stil gebaut, für diese Fläche aber nicht groß genug. Die mindestens 140 Ausstellungsräume wurden in den Berg gebaut. Die Häuser sind dem Berg nur vorgesetzt.

Wir begannen nach strenger Sicherheitskontrolle den Rundgang im Zweiten Gebäude, das nur die Geschenke an den General Kim Jong Il beherbergt. Dort haben wir uns zum ersten Mal vor der Marmorstatue des sitzenden Generals verbeugt.

Wir sind endlose Flure entlang gelaufen, an deren Seiten sich nummerierte Räume befinden, die Deckenhöhe beträgt gut und gerne 7-8 Meter. Wir kamen in den ersten Raum und müssen zugeben, dass wir so etwas noch nie gesehen haben. An den Wänden befinden sich riesige, meterlange Vitrinen, in denen man so alles finden kann, was überhaupt nur vorstellbar ist.

Es ist einfach unfassbar, was dort für wertvolle Geschenke aus aller Welt ausgestellt sind. Insbesondere Geschenke aus China und orientalischen Ländern waren sehr kostbar. Beispielsweise sahen wir goldene und mit Diamanten besetzte Schwerter von Gaddafi und Assad, aber auch ein Jagdgewehr und Trophäen von Putin.

Staunend standen wir vor einer Vitrine mit Geschenken der Familie Grotewohl. Otto Grotewohl war eng mit Kim Il Sung befreundet. Sein Sohn hat als Ingenieur beim Aufbau der Stadt Hamhung mitgeholfen und sein Enkel wurde in Hamhung geboren.

Das Innere der Gebäude lässt sich schwer mit Worten beschreiben. Es ist einfach imposant, angefangen von riesigen, schweren Bronzetüren (eine soll 4 t wiegen), einer Mamortreppe bis hin zum marmorverkleideten Zugangstunnel mit Bildern von Geschenken aus Flora und Fauna, die man u.a. im Zoo besichtigen kann.

Im Ersten Gebäude sind Geschenke an den Präsidenten Kim Il Sung und seinen Enkel Kim Jong Un ausgestellt. Hier verbeugten wir uns drei Mal, vor den Wachsfiguren Kim Il Sungs, seiner ersten Frau und seines Sohnes, Kim Jong Il.

Uns interessierten natürlich besonders die Geschenke aus der DDR bzw. Deutschland. Manches ist ziemlich kurios. Kaum zu glauben, dass sich Staatsmänner solche Geschenke machen. Irgendwann kamen wir in einen Raum, in dem auch der gepanzerte Wagen steht, den der Präsident von Stalin geschenkt bekam. Er soll 5 t wiegen. Leider ist das Fotografieren in der Ausstellung nicht gestattet.

Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stopp am Pohyon-Tempel ein. Eine schöne, relativ große Anlage, rund tausend Jahre alt, zum Teil neu aufgebaut und zum Teil original erhalten. Es handelt sich dabei um die größte buddhistische Anlage im Norden der geteilten Halbinsel und nicht etwa um ein einziges Gebäude, sondern um einen riesigen Komplex. Der Tempel wurde im Koreakrieg schwer zerstört.

Nach einem erneuten Fotoshooting, diesmal sogar vom Juche-Turm, beschlossen wir den Abend wieder im Drehrestaurant.

Morgenmotivation durch die Organisation der Hausfrauen  Bildschöne Verkehrspolizistinnen bewegen sich wie aufgezogene Puppen. Stadtimpressionen  Ausstellung der Drei Revolutionen, u.a. mit Themenpavillion über die Schwerindustrie  Im Luxushotel Hyangsan (15 Etagen mit Drehrestaurant) essen wir heute zu Mittag  Zweites Gebäude zu den Devotionalien Kim Jong Ills  Erstes Gebäude für die Geschenke an Kim Il Sung und Kim Jong Un mit Kaffeeterrasse  Ganz schön schwere Bronzeeingangstür  Blick in die Myohyang-Berge von der Kaffeeterrasse     Suryon übersetzt unseren Eintrag im Gästebuch   Pohyon-Tempelanlage             

Fotoshooting vom Juche Turm in der Abendsonne Yanggakdo-Hotel auf der Yanggak-Insel im Taedong-Fluss, 40 Stockwerke, bevorzugtes Touristenhotel      unser Koryo-Hotel in der Abendsonne   links unten der Kim Il Sung Platz auf dem die Aufmärsche und Paraden stattfinden      Das möglicherweise weltgrößte 1. Mai Station  das dunkelrote Dach gehört der Zentralen Jugendhalle für Konzerte u.a. Aufführungen mit 3.600 Sitzplätzen      Pyongyang Tower (Fernsehturm)    Und so isst man elend lange Nudeln - ein Leibgericht der Koreaner

Pjöngjang Highlights Teil 2

12Okt2017

Heute sind wir aufgefordert, unsere "besten Kleider" anzuziehen. Wir besuchen das Mausoleum. Jetzt kann man davon halten, was man will. Fakt ist, wer sich dazu entschließt, sollte keine Probleme mit den notwendigen Respektbezeugungen haben. Anderenfalls würde er seinen Reiseleiter in allergrößte Schwierigkeiten bringen.

Die Rituale sind ja im Wesentlichen bekannt: tadellose Kleidung, keine Fotos, keine Smartwatch (die Armbanduhren werden kontrolliert), keinerlei Metall (auch keine Münzen, am besten gar kein Portemonnaie). Am besten gar nichts in den Taschen, auch keinen Kamm. Wir haben bis auf die Fotoapparate für die Außenaufnahmen alles im Bus gelassen. Die Apparate und Jacken wurden zur Aufbewahrung abgegeben.

Dann kommt ein Begleiter der nochmals den korrekten Sitz der Kleidung kontrolliert (Roland musste seinen hochstehenden Jackenkragen umlegen). Schließlich fährt man über endlose Rolltreppen, geht über eine Schuhputzeinrichtung, durch ein Gebläse und weiter durch die heiligen Hallen. Koreaner verhalten sich hier sehr würde- und respektvoll. Wir mussten uns zusammenreißen.

Endlich standen wir sauber aufgereiht vor dem gläsernen Sarkophag Kim Il Sungs und verbeugten uns gleichzeitig an der Vorderseite und beiden Seiten. Weiter ging's in einen Raum, in welchem die 396 internationalen Auszeichnungen gezeigt werden. Es folgte die letzte Staatskarosse, sein Schnellboot (keine Yacht), der Staatswaggon und letztlich die Präsidentenmaschine, eine Il 14.

Das Gleiche wiederholte sich bei Kim Jon Il. Ist uns die Verehrung für den Präsidenten noch verständlich, so wird sie bei seinem Sohn schon fragwürdig und in Bezug auf seinen Enkel zweifelhaft.

Der Gebäudekomplex erstreckt sich über eine gewaltige Fläche. Wir haben insgesamt 1,5 h darin zugebracht. Den unglaublich perfekten Rasen in der umgebenden Parkanlage mussten wir anfassen, um festzustellen, ob er echt ist.

Wir holten bei diversen Fotostopps die bei dem schlechten Wetter am 10.10. mißlungenen Aufnahmen nach. Eins muss man sagen, wir haben mit Suryon eine super Reiseleiterin, die möglich macht, was sie irgend kann.

Im 150.000 Besucher fassenden 1. Mai Stadion fand während unserer Besichtigung ein Fußballspiel der 1. Liga statt. Die Ränge waren nur spärlich besetzt. Aber das ist an einem Wochentag auch nicht ungewöhnlich. Stolz wurden uns die modernen, renovierten Innenräume gezeigt. Roland und Andreas konnten im Trainingsraum ihre "Ballkünste" unter Beweis stellen.

Nach dem Besuch des Geburtshauses von Kim Il Sung folgte das Highlight des Tages, der Pionierpalast. Eine 13jährige Pionierin begrüßte uns. Sie führte uns durch einen Teil des imposanten Hauses. Hier können die Kinder kostenlos ihren verschiedensten Interessen nachgehen und werden entsprechend gefördert. Die absolute Krönung des Besuches war aber ein ca. einstündiges Programm der Kinder im Theater des Schülerpalastes vor anderen Schülern und Touristen. Wir haben ja schon über die modernste Technik der Bühne gestaunt, aber die Aufführung der Kinder war einzigartig. Musik, Gesang, Ballett und Tanz selbst von den Kleinsten ausdrucksstark und mit großem Können vorgetragen und alles in ganz tollen Kostümen, machten es zu einer perfekten Vorstellung. Wenn diese Kinder auf Welttournee gehen könnten, sie hätten ein begeistertes Publikum. Wir waren so fasziniert, dass wir das Fotografieren vergessen haben.

der Sonnenpalast (Kumsusan-Gedenkpalast)      Dicke Tore zur Außenwelt    Großer Studienpalast des Volkes (das Koryo Hotel überragt die Bäume)    wieder auf dem Mansu-Hügel, am Großen Monument treffen wir auf viele Brautpaare (das Wellendach gehört zu einem Wellnesscenter)   heute sieht man schon etwas mehr von der Stadt  die beliebteste Verkehrspolizistin von Pjöngjang   wir haben viele Spielarten der Frisurenvorgaben ausgemacht    1. Mai -Stadion  Spiel der 1. Liga      Mannschaftsräume  Trainerräume  Schiedsrichterraum  Pressezentrum  unsere liebenswerte Führerin im Stadion  Bei Sonne sieht alles viel imposanter aus   Auch eine koreanische Spezialität: Süße Suppe (Hundefleisch)  ... und weitere Zutaten  Das Gericht auf dem Teller. Es schmeckt erstaunlich gut. Achterbahn im Freizeitpark    Geburtshaus Kim Il Sungs   Schülerpalast  Die Kinder sind die Schätze des Landes. Die Zukunft gehört den Kindern.    traditioneller Tanz  Kayagum   Calligraphy Unterricht  ... und das heißt Andreas  komplizierteste Stickarbeiten  einfach unglaublich  die Vorstellung beginnt      dieses Mädchen war einsame Spitze                 beim Abendessen bekommen wir noch eine private Vorführung    Tanzbär Roland macht auch mit  Pjöngjang ist nachts keineswegs stockdunkel    Hauptbahnhof

über Wonsan nach Kumgangsan

13Okt2017

Richtig interessant sind die langen Fahrten über Land. So eine hatten wir heute wieder, 330 km auf dem Weg an die Ostküste in das Grenzgebiet zu Südkorea. Nicht nur die Berglandschaft ist faszinierend, sondern auch die "Beobachtungen" am Wegesrand. Wo kann man heute noch einen funktionstüchtigen Traktor oder LKW mit Holzvergaser fahren sehen?
Und wieder sind es die Tunnelbauwerke, die uns großen Respekt abnötigen. Einer war 8 km lang.

Aber man sieht auch die Folgen der Sanktionspolitik. Wegen Treibstoffmangels können zur Reispflanzung und -ernte keine Maschinen eingesetzt werden, d.h. alles muss von Hand erledigt werden. Weil das bei diesen ausgedehnten Anbaugebieten die Bauern allein nicht schaffen können, muss fast die gesamte Bevölkerung helfen. Jeder hilft 10 Tage im Jahr beim Pflanzen und beim Ernten. Und das ist körperlich schwere Arbeit.
Die größte Bau- und Erntehelfer-Brigade ist aber das Militär.

Was wir jedoch nicht sehen sind Blech- oder Holzhütten, Slams oder Barrios wie in Afrika oder Südamerika. Die Wohngebäude sind vielleicht nicht immer farblich die schönsten, aber sie sind solide gebaut.

Andreas nutzte eine Kaffeepause für ein Bad im Japanischen Meer. Es war angenehm warm, hat ihn aber 2,50€ gekostet?.

Am Abend war Krabbenessen angesagt. Zwei schöne Exemplare schauten uns vom Teller an. Tja, wie essen wir denn die jetzt? Suryon kam uns zu Hilfe und zeigte uns wie man die Krabben auspult - also viel Fleisch haben wir nicht gefunden, aber der Tisch sah aus wie ein Schlachtfeld.

Weil wir unterwegs noch eine Flasche koreanischen Rotwein erstanden hatten, musste der mit Suryon verkostet werden. Pak hatte auch vorgesorgt und 20 Flaschen Bier eingeladen. Nach dem Krabbenessen oder besser -pulen, war es auch nötig, Hochprozentiges nachzugießen. Der koreanische Wein war schnell leer, aber zum Glück hatten wir auch noch 1 Flasche Portugisischen Rotwein gekauft ... Das war wieder ein langer lustiger Abend.

Monument zur Wiedervereinigung des Vaterlandes  Monument zur Wiedervereinigung des Vaterlandes  Monument zur Wiedervereinigung des Vaterlandes          Angler in Wonsan  Das Japanische Meer heißt in Korea Ostmeer Reisstroh

Wie isst man die???    so eine Sauerei  Koreanischer Rotwein schmeckt wie selbstgemacht und dazu gibts Trockenfisch?

wir wandern

14Okt2017

Der Mt. Kumgang ist von einem Naturschutzgebiet umgeben. Diese Landschaft ist seit Jahrhunderten wegen ihrer Schönheit bekannt. 8 km Wanderung durch das Diamantgebirge sind heute angesagt, zu einem Wasserfall und zurück. Die Legende besagt, dass sich in diesem Gebiet acht Feen vergnügt haben. Die Männer haben gesucht und gesucht, Andreas hat sogar die Strapazen auf sich genommen und ist als einziger mit Suryon auf den hohen Berg gestiegen - sie haben einfach keine Fee gefunden.

Nach einem kurzen Abstecher zur Samilpo-Lagune erreichten wir unser Tagesziel, die Hafenstadt Wonsan. Und wieder luden uns die Koreaner ein und so hockten wir am Ufer des Japanischen Meeres und "grillten" Miesmuscheln, Blutmuscheln und rohen Fisch über kleinen offenen Feuern. Tüchtig eingeräuchert mussten wir uns mit Eichelschnaps desinfizieren. Und dann gab's ja noch das Abendessen ... Als Tourist muss hier wirklich niemand hungern, eher werden es ein paar Kilo mehr. Aber auch die Koreaner genießen es, so verwöhnt zu werden.

Nach dem Essen haben wir den Abend ruhig beim einem Glas Wein ausklingen lassen.

überall wachsen Kakibäume  unsere Wanderroute, aber nur die weiße  Unterwegs am Mt Kumgang              Wer beschriftet denn Felsen?  Zurück vom Berg  heute wird auf dem heißen Stein gegrillt  Ob das was wird? Samilpo-Lagune    So ein schöner Tag?  ... und das kann man essen?  ?  Auch so kann gegrillt werden? 

Aus den Bergen an die Küste

15Okt2017

Heute machen wir uns auf den Weg in ein Stück DDR - Vergangenheit. Die Stadt Hamhung ist die letzte Station unserer Tour. Hamhung ist eine Industriestadt, die im Korea Krieg von den Amerikanern komplett zerstört wurde. Die DDR hat hier gute Aufbauarbeit geleistet. Sie schickte Techniker und Ingenieure, die beim Wohnungsbau und Wiederaufbau der Industrie Hilfe leisteten. In Anerkennung dieser Leistungen heißt die Hauptstraße Wilhelm-Pieck-Straße.

Unser neues Domizil, das Majon Hotel direkt am Japanischen Meer, hat uns schlicht von den Brettern gehauen. Früher Koreas Piloten vorbehalten, ist es heute auch für Touristen geöffnet. Edel und vom Feinsten, mit super Blick auf das Meer und tollem Strand. Hier wären wir gern länger...

Erneut luden uns die Koreaner ein, natürlich zum Muschel-Grillen, dem Dritten? Diesmal hatten wir "Komfort-Grillhocker" und einen etwas moderneren Grill und wurden nicht ganz so eingeräuchert. Wir saßen unter Bäumen am wunderbaren Sandstrand des Hotels. Für den Einen waren es die leckersten Muscheln überhaupt, für den Anderen war es eine sandige Erfahrung. Bier und Eichelschnaps sind unbedingt notwendige Begleiter.

Und danach soll man dann noch Abendbrot essen mit 4 "Vorspeisen", von denen jede für uns schon als Hauptgericht gereicht hätte. Heute hatten wir: Weißbrot, Eiersalat, Gemüsesalat, gebratene Glasnudeln, Schnitzel, einen großen gebratenen und sehr leckeren Fisch, einen Teller Suppe und eine Schale Reis. Suppe und Reis sind immer das Hauptgericht. Reis kommt in die Suppe und alles, was man von den restlichen Gerichten, Soßen und Gewürzen so möchte. Wer hier abnimmt, macht etwas falsch.

Unsere Flasche Weißwein war gut gekühlt, dazu noch Bier und abschließend ein Schierker und wir waren bettreif.?

  Wonsan am Morgen  Wonsan Hafen      Hamhung Wilhelm-Pieck-Straße  auch hier treffen wir Brautpaare Wer diese 1000jährige Kiefer umarmt, wird uralt. Das wollten wir nicht?  So eins hätten wir auch gern?  Hotel Majon  Bad mit Fußbodenheizung  Blick aus dem Fenster            Hotellobby  unter der Matte garen die Muscheln    Lecker?  alles vertilgt    und dann gibts noch eine andere Sorte  lecker?  Und jetzt sollen wir noch Abendbrot essen ?

zurück nach Pjöngjang

16Okt2017

Und schon nähert sich unsere Reise ihrem Ende. Wieder fahren wir durch ausgedehnte Anbaugebiete, sehen die Menschen bei der Arbeit oder schick und modisch angezogen auf dem Weg in Büros oder Fabriken. Die Koreaner sind überhaupt meistens sehr korrekt gekleidet und keineswegs in Einheitsuniform unterwegs.

Wir legten am 75 m hohen Ulrim Wasserfall, der erst 2001 entdeckt worden ist, einen Zwischenstopp ein, ehe wir an einem See in Sinphyong Mittagspause machten. Für jeden hatte das Hotel eine üppige Picknickbox gepackt. Und die lokale Spezialität, eine Forellenart, wurde als heiße, scharfe Suppe serviert. Die war so scharf, dass sie uns die Tränen in die Augen trieb und nach Luft schnappen ließ.

Damit uns der Abschied nicht ganz so schwer fällt, besuchten wir noch eine Zirkusvorstellung in einem riesigen festen Zirkusgebäude. Man denkt immer, man hätte schon alles gesehen und dann kamen wir aus dem Staunen nicht heraus, so tolle Leistungen wurden präsentiert. Leider, aber verständlicherweise, durften wir nicht fotografieren. Diese Artisten könnten problemlos weltweit auftreten, wenn es kein Embargo gäbe.

Als Abschiedsessen war heute grillen angesagt ? - keine Muscheln!!
Wir grillten Rind, Lamm, Ente und Steinpilze und aßen als letzte lokale Spezialität Maisnudelsuppe. Wir hatten von Anfang an die Wahl, ob wir europäisch ähnlich essen oder lokale Spezialitäten probieren wollten. Wir hatten uns für letzteres entschieden.
Jetzt sind wir sowas von genudelt ?...

Zum Abschluss haben wir uns mit leckerem Eichelschnaps versorgt, den wir unbedingt mit euch probieren möchten ?.

Für uns geht eine Reise zu Ende, die wir so nicht erwartet hätten.

Haupttransportmittel            Ulrim Wasserfall  2001 im Fels verewigt  Abschiedsgrillen ?   Koreanische Steinpilze werden auch gegrillt  diverse Sorten Fleisch (Ente, Schwein, Lamm)   Die Nordkoreaner lieben kalte Nudeln.  Wir essen Maisnudelsuppe zum Abschluss.

zurück ins alltägliche Chaos

17Okt2017

Unser Flug von Pjöngjang nach Peking mit Koryo Airlines ging bereits um 08:20 Uhr. Das hieß früh aufstehen. Wir reisten mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Unsere drei Koreaner waren uns inzwischen sehr vertraut geworden und der Abschied viel allen schwer.

Unsere Fotoapparate und Fotos bzw. Filme haben bei der Ausreise niemanden interessiert. Wir waren aber auch diszipliniert. Wer sich über die Anweisungen der Reiseleiter hinweg setzt, muss damit rechnen, dass diese den Zoll informieren und dann wird genau geschaut (konnten wir beobachten). Auch die Smartphones und Tablets wollte keiner sehen.
Geflogen sind wir mit einer TU-204-300, die ist sehr ordentlich und durchaus bequem.

An der chinesischen Immigration erregte Andreas' Pass wieder Aufsehen und wurde von einem zum anderen Beamten weitergereicht, dabei enthält er die gleichen Stempel wie Petras Pass. Wir glauben, der sehr ungewöhnliche Stempel der Osterinsel könnte der Grund sein. Er sticht beim Aufschlagen seines Passes gleich ins Auge.

Und dann hatte er uns wieder, der laute, nervige Moloch Peking. Kein Wunder, dass die Koreaner die Chinesen als die laute Nation titulieren. Was wir vorher nicht wussten, am Folgetag war Parteitag? In etwa kann man vielleicht ahnen, was das heißt: verschärfte Sicherheitskontrollen, gesperrte Straßen, volle Hotels ...

Das Wetter hat uns auch geärgert. Es war diesig und trübe, sodass unser "Sonnenuntergang" auf der Großen Mauer ein Reinfall wurde. Allerdings haben wir die Mauer wieder (wie schon 2001) bei Badaling besucht. Es hat sich viel in Peking verändert ...
Wir waren unter diesen Umständen froh, am Folgetag nach Hause fliegen zu können, allerdings in einem Flieger voller lauter Chinesen ?. Was ist doch Nordkorea im Vergleich dazu beschaulich und kultiviert.

  Hainan Airlines zum Abflug bereit  Die Große Mauer bei Badaling       Versunken im Nebel Vogelnest - Olympiastadion 

Resümee

22Okt2017

Wer nach Nordkorea reist, behaftet mit Vorurteilen und der westeuropäischen Arroganz gegenüber anderen Ländern, der kann sicher seine Bestätigung finden.

Wer jedoch unvoreingenommen, offen und tolerant unterwegs ist, der wird ein interessantes Land mit schwer arbeitenden Menschen finden, die Großes geleistet haben und leisten. Sie sind zurückhaltend und höflich.
Er wird ein Land finden,
- in dem Kunst und Kultur gefördert werden,
- wo es in jeder größeren Stadt Theater, Kultur- oder Kunsthäuser gibt,
- in dem es eine 12jährige Schulpflicht gibt und die Wissenschaft einen hohen Stellenwert hat,
- ohne Arbeitslose, Bettler oder Obdachlose,
- in dem die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln mittels Lebensmittelkarten sichergestellt ist.
Sicher ist manches für uns skurril bis grotesk. Es steht uns jedoch nicht zu, darüber zu urteilen.

Wer vor hat nach Nordkorea zu reisen, sollte wissen, dass Touristen nur mit EURO, Dollar oder Chinesischen Renmimbi Yuan zahlen können. Wichtig ist, eine möglichst kleine Stückelung mitzunehmen, z. B. viele 5 und 10 € Scheine sowie Hartgeld.

Ein wichtiges Mitbringsel sind deutsche Zigaretten, da nahezu alle Männer rauchen und gute deutsche oder Schweizer Schokolade für Guides und örtliche Führer.

Mitgebrachte Süßigkeiten und Stifte lassen sich schwer verteilen, da sich die Menschen gegenüber Ausländern sehr reserviert verhalten. Am besten, man gibt alles dem Reiseleiter.

Außerdem sollte man sich Zeit nehmen und mindestens 10 Tage einplanen. Wer noch ins Paektu-Gebirge will, braucht mehr Zeit.

Obwohl von uns ursprünglich anders geplant, hat es sich doch als richtig erwiesen, zuerst mit dem Zug zu fahren und zurück zu fliegen.

Auch wir haben im Vorfeld der Reise u.a. das Buch von Christian Eisert "Kim und Struppi" gelesen und müssen sagen, dass vieles so einfach nicht oder nicht mehr stimmt, etliches deutlich überspitzt dargestellt wird und manches richtig falsch ist. O.k., Christian Eisert ist ein Satiriker und unter diesem Blickwinkel gelesen und die künstlerische Freiheit berücksichtigt, ist es dann doch amüsant geschrieben. Man sollte es nur nicht als bare Münze nehmen.

Auch Nordkorea hat inzwischen die Wehrpflicht abgeschafft. Es lohnt sich aber in finanzieller Hinsicht 2-4 Jahre freiwillig zu dienen, auch weil man danach bessere Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten hat.

Die Menschen bewegen sich hier vorrangig zu Fuß, per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. PKWs unterscheiden sich anhand der Nummernschilder:
schwarz - Militär
blau       - Behörden, öffentliche Einrichtungen
rot          - internationale Firmen
weiß       - Diplomaten
orange   - privat
grün - Diplomaten
Wir haben auf der ganzen Reise vorrangig blaue oder schwarze und ganze zwei orange Nummernschilder gesehen.

Eine Nordkorea Reise ist selbst für erfahrene Reisende ein Erlebnis der besonderen Art. Dass diese Reise für uns so schön und interessant war, ist in besonderem Maße unseren drei koreanischen Begleitern und ganz besonders unserer großartigen Reiseleiterin Suryon zu danken. Vielen Dank für dieses unvergessliche Erlebnis!

Danke sagen wir auch unserem Veranstalter China-Hansa-Travel und der persönlichen Betreuung durch Herrn Jianli Chen.